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Testungen von Mensch-Hund-Dyaden für den Einsatz in der tiergestützten Pädagogik: Interaktion und Stressmanagement

Der Hund ist als ältester Begleiter des Menschen das erste domestizierte Tier. Es verwundert also kaum, dass Hunde und Menschen schon lange nicht mehr eine reine Arbeitsbeziehung unterhalten. So sind in der Stadt mehr Hunde zuhause als dies am Land der Fall ist. Diese Vierbeinigen Stadtbewohner können wohl nur mehr in den seltensten Fällen als Arbeitstiere bezeichnet werden. Sie dienen weder der Jagd, noch anderen Arbeitstätigkeiten, sondern sind viel mehr zu Sozialkumpanen des Menschen geworden.

Die Wissenschaft hat erst seit kurzem begonnen sich der Schnittstelle der Mensch-Tier Beziehung zu widmen. Da Hund und Mensch schon seit langer Zeit kooperieren und zusammenleben ist es nur logisch dieser Beziehung verstärkte Aufmerksamkeit zu schenken. Einige positive Effekte, die diese zwischenartliche Beziehung mit sich bringen kann wurden endzwischen erforscht. So können Hunde positive auf den Blutdruck und Stressdämpfend wirken und sich positiv auf die soziale Integration von Kindern auswirken. Gerade diese Effekte dürften dazu geführt haben,  dass öffentlich vermehrt die Idee von Hunden an Schulen angedacht wird.
Wie auch jeder Mensch, so ist auch jeder Hund ein Individuum und unterscheidet sich nicht nur durch sein Aussehen von seinen Artgenossen. Unterschiedliche Persönlichkeitsmuster und Stressanfälligkeit führen dazu, dass nicht jedes Mensch-Hund-Team gleichermaßen für den Einsatz in der Schule geeignet ist.
Die Forschungsgruppe der Mensch-Tierbeziehung hat zwei Eignungstests für Schulhunde begleitet. Die Hunde und deren Begleiter hatten einige Aufgaben zu erfüllen, die auch im Schulalltag vorkommen können. Neben einigen allgemeinen Angaben zu Hundeführer und Hund wurde ein Fragebogen ausgefüllt und Speichelproben zur Stresshormonmessung von Mensch und Hund genommen. Eine unabhängige Beobachterin beurteilte die Teams hinsichtlich deren Interaktion und Stressanfälligkeit.
Mit Hilfe der vom Besitzer ausgefüllten Beurteilung über z.B. den Stresszustand des Hundes während der Testsituation , der Beobachtungen der unabhängigen Beobachterin und den Kortisolwerten, kann unter anderem festgestellt werden wie gut die eigenen Halter die Stressanfälligkeit ihres Tieres einschätzen können, wie eine unabhängige  Person die Interaktion einschätzt und wie der Stresszustand wirklich, repräsentiert durch die Kortisoldaten,  aussieht.
Diese Ergebnisse können einerseits helfen das Auswahlverfahren für Schulhunde effektiver zu gestalten, auf der anderen Seite sind die Ergebnisse auch allgemein interessant, da sie zeigen könnten wie gut der eigene Besitzer, eine Fremde Person und die physiologische Stressmessung übereinstimmen. Denn es ist natürlich im Interesse aller Beteiligten, wenn sowohl Mensch als auch Hund den Alltag an der Schule als angenehm empfinden.
Die Datennahme ist  noch am Laufen. Es besteht keine Möglichkeit an dieser Studie teilzunehmen.

Das Projekt wird finanziert vom Fonds zur Förderung der wissenschaftlichen Forschung (FWF): P 23345-B17
und von
Waltham Center for Pet Nutrition: FA 566001

Forschungsgruppe
Mensch-Tier-Beziehung

Department für Verhaltensbiologie
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Letzte Änderung: 13.08.2010 - 14:52