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Hunde als pädagogische Assistenten in betreuten Wohngruppen

Die reine Anwesenheit von Tieren kann einen sehr positiven Einfluss auf den physischen und psychischen Zustand von Menschen haben. Tiere werden nicht nur zu reinen Nutzungszwecken gehalten, sondern vor allem auch als soziale Partner und Unterstützer. Besonders der Einfluss von Hunden war in den letzten Jahren häufig Thema wissenschaftlicher Untersuchungen. Die Ergebnisse zeigen, dass durch Interaktionen und Kontakt mit diesen Kumpantieren das menschliche Wohlbefinden verbessert werden kann.

Viele positive Auswirkungen von Hunden auf Menschen konnten bereits wissenschaftlich belegt werden. Sie fungieren unter anderem als soziale Katalysatoren und Eisbrecher sowie als soziale Unterstützer in potentiell stressigen Situationen. In der Studie „Hunde als pädagogische Assistenten in betreuten Wohngruppen“ wollen wir Unterschiede in Interaktions- und Kommunikationsmustern von Kindern und deren Betreuern zwischen An- und Abwesenheit eines ruhigen und freundlichen Hundes untersuchen. Weiterhin wollen wir die Mechanismen, auf welche Weise ein Hund diese Muster beeinflusst, herausarbeiten. 
Die Organisation „Lebensraum Heidlmair“ ermöglicht uns, 10 verschiedene Gruppen zu untersuchen, die jeweils aus 9 bis 12 weiblichen und männlichen Kindern zwischen 6 und 17 Jahren bestehen. Diese Kinder haben Anpassungs- oder Verhaltensproblem sowie zum Teil Lernschwächen. Diese Kinder werden zusammen mit ihren Betreuern beobachtet. Wir möchten sowohl Gruppen- als auch Einzelsituationen näher untersuchen. Letztere werden in Form einer bindungsgeleiteten Intervention stattfinden. Hierfür werden von den Betreuern im bindungsgeleiteten Spiel Sequenzen geschaffen, die es erlauben in eine versorgende Situation zu gelangen. Gruppensituation werden während des Abendessens beobachtet, wenn meistens alle Mitglieder anwesend sind und Zeit miteinander verbringen. 
Die Beobachtungen werden jeweils zweimal in Anwesenheit eines freundlichen Hundes und zwei mal ohne Hund auf Video aufgezeichnet, um Verhaltensdaten auf einer individuellen Basis zu erhalten. Das entstandene Videomaterial wird mit Hilfe des Programms Solomon Coder bezüglich Verhaltenskategorien sowie auch Einschätzungen von Beobachtervariablen analysiert.
Um mehr über die Qualität der Beziehungen zwischen den Kindern und Betreuern zu erfahren, werden Daten mit Hilfe von Fragebögen dazu gesammelt. 
Eine weitere Variable, um den Effekt eines anwesenden Hundes zu messen, ist der Kortisolspiegel. Diesen werden wir vor und nach jeder Intervention bzw. Gruppensituation von den Kindern und deren Betreuern analysieren und vergleichen. 
Wir erhoffen uns von dieser Studie einerseits die positiven Auswirkungen eines Hundes in diesem speziellen Setting dokumentieren und gleichzeitig die grundlegenden Mechanismen besser erklären zu können. Positive Ergebnisse könnten als Argumente für den Einsatz von Hunden in verschiedenen pädagogischen Maßnahmen dienen, die bisher kaum erforscht wurden.  
Die Datennahme für dieses Projekt wird im Juni 2014 abgeschlossen. Wir danken allen Teilnehmern für Ihre Zeit und Unterstützung!


Das Projekt wird finanziert von Lebensraum Heidlmair GmbH.

 

Forschungsgruppe
Mensch-Tier-Beziehung

Department für Verhaltensbiologie
Universität Wien
Althanstraße 14
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F: +43-1-4277-545 06
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Letzte Änderung: 13.08.2010 - 14:52